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Der New Yorker Literaturkritikerin Wendy (Patricia Clarkson) reißt es den Boden unter den Füßen weg, als sie nach 21 Jahren Ehe von ihrem Mann verlassen wird. Auf anfängliche Wut folgt Trauer, doch statt sich der Verzweiflung hinzugeben, beschließt Wendy ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Um ihre Tochter Tasha in Vermont besuchen zu können, will sie endlich ihren Führerschein machen und nimmt Fahrstunden bei dem indischen Taxifahrer Darwan (Ben Kingsley). Obwohl die Lebenswege der beiden kaum unterschiedlicher sein könnten, vertiefen sich die Gespräche zwischen Wendy und Darwan immer mehr. Die impulsive Wendy findet in dem ernsten und sanftmütigen Inder einen klugen Gesprächspartner und neuen Freund, der sie daran erinnert, worauf es im Leben wirklich ankommt.

LEARNING TO DRIVE – FAHRSTUNDEN FÜRS LEBEN erzählt von dem Abenteuer eines späten Neuanfangs und einer ungewöhnlichen, bereichernden Freundschaft zur richtigen Zeit. In den Hauptrollen dieser sensiblen und warmherzigen Sommer-Komödie von Isabel Coixet (MEIN LEBEN OHNE MICH, ELEGY) brillieren Patricia Clarkson und Oscar®-Preisträger Ben Kingsley (GANDHI, ELEGY).



Zum ersten Mal hörte ich von LEARNING TO DRIVE – FAHRSTUNDEN FÜRS LEBEN, als ich mit Patricia Clarkson und Ben Kingsley ELEGY ODER DIE KUNST ZU LIEBEN drehte – also vor mittlerweile acht Jahren! Patricia gab mir das Drehbuch, und ich war sofort gefesselt und tief bewegt. Zu dieser Zeit trennte ich mich nämlich gerade vom Vater meiner Tochter und besaß keinen Führerschein, genau wie Wendy. Das Skript gab mir die Kraft, nach vorn zu blicken – und den entscheidenden Anstoß, endlich Autofahren zu lernen. Die Geschichte sprach mich also ganz persönlich an. Als wir den Film nach so vielen Jahren endlich machen konnten, ging wirklich ein Traum in Erfüllung.

Ich bin ein großer Fan von Katha Pollitts Schreibstil. Ihr Essay „Learning to Drive“ (2002 in The New Yorker erschienen) ist ein moderner Klassiker, weil er ihre lebenskluge, mitfühlende Sicht auf Liebe und Verlust vermittelt, und dass das Leben immer weitergeht. Ich glaube, dass unser Film die Kernaussage ihres Essays trifft, auch wenn wir einiges stark abgeändert haben. Katha hat uns am Set besucht und war begeistert von dem, was sie sah.

Als es an die Besetzung ging, dachte ich sofort an Ben und Patricia. Wendy liebt ihre Arbeit; eine kultivierte, toughe, erfolgreiche Frau mit Witz und Verstand. Aber als ihr Mann sie verlässt, bricht ihre Welt zusammen. Sie nimmt Fahrstunden und lernt fast nebenbei, sie selbst zu sein und sich der Welt zu öffnen. Darwan ist ein aufrichtiger, etwas verspannter, traditionsbewusster Sikh, der einen strengen Ehrenkodex befolgt. Während er Wendy das Fahren beibringt, entdeckt er neue Seiten an sich und lernt, etwas flexibler und lockerer zu sein. Patricia und Ben sind dazu geboren, diese beiden Charaktere zu spielen. Da LEARNING TO DRIVE – FAHRSTUNDEN FÜRS LEBEN bereits unser zweiter gemeinsamer Film war, kann ich sagen, dass alles ganz einfach und entspannt lief. Wir sind jetzt eine Familie!

Was die Optik angeht, wollte ich das sommerliche New York als einen stickigen, schönen, funkelnden Ort zeigen – und genauso Darwans farbenfrohe Welt in Richmond Hill. Das passt perfekt zu unserer allgegenwärtigen Thematik der Selbsterkenntnis. Es geht um die Überzeugung, dass es niemals zu spät ist. Das Wissen, dass Liebe und Ehe harte Arbeit sind, wie leicht wir unseren Weg aus den Augen verlieren können – und wie wir ihn wiederfinden. Und wie schön die reine Freundschaft zwischen Mann und Frau ist.



Ich lebe selbst in New York und habe das Autofahren in Manhattan vor langer Zeit aufgegeben. Deshalb hatte ich eine Heidenangst, mich für LEARNING TO DRIVE – FAHRSTUNDEN FÜRS LEBEN wieder ans Steuer zu setzen. Aber wenn man Ben Kingsley an seiner Seite hat, kann einem nichts passieren! Ich bewundere und respektiere ihn sehr. Mit Sir Ben zu arbeiten, ist eine Herausforderung und ein Genuss zugleich.

Ben Kingsley und ich hatten mit Isabel Coixet ELEGY ODER DIE KUNST ZU LIEBEN gedreht. Wir wollten diesen Film schon vor vielen Jahren auf die Beine stellen. Und ich wusste immer, dass uns das eines Tages auch wirklich gelingen würde! Ich hatte Katha Pollitts großartige Kurzgeschichte damals im New Yorker gelesen. Sie erzählt von einer wunderbaren Reise – und jetzt sind wir endlich angekommen.



Es gibt Regisseure, die dir am Filmset jeden Tag aufs Neue das Gefühl geben, dass du immer wieder vorsprechen und dich beweisen musst. Isabel Coixet gehört nicht dazu. Wo andere hundert Wiederholungen fordern, dreht Isabel einen, vielleicht zwei Takes. Dann hat sie die Szene im Kasten. Isabel weiß genau, was sie will, kennt ihre Geschichte bis ins Detail und lässt sich dennoch gern von ihren Schauspielern überraschen.

In LEARNING TO DRIVE – FAHRSTUNDEN FÜRS LEBEN gibt es eine kurze Szene, in der Darwan allein vor dem Fernseher sitzt. Jeder andere Regisseur hätte sie vermutlich geschnitten. Aber Isabel ist klar, wie viel dieser kleine Moment über die Figur aussagt. Sie verlässt niemals das Set und verfolgt das Geschehen nicht am Monitor, sondern blickt immer direkt durch die Kameralinse. Das Publikum sieht also genau das, was sie sieht. Und man kann sicher sein, dass man von Isabel Coixet mit Liebe betrachtet wird. Das zeichnet sie als Filmemacherin aus.

Jemand hat einmal gesagt: „Spielen ist eine gute Übung für das wahre Leben.“ Das sehe ich auch so. Und ich glaube fest daran, dass Geschichten unser Leben verändern können. Ich habe keine Philosophie oder Botschaft, aber als Schauspieler interessiert mich natürlich menschliches Verhalten. Ob mich eine Rolle reizt, hat mit meinem persönlichen Hintergrund nichts zu tun. An Darwan haben mich vor allem sein Anstand und seine Disziplin fasziniert. Auf mich wirkt er, als würde er stets Uniform tragen. Dieser Mann könnte auch ein hochrangiger Offizier sein – oder eben der perfekte Lehrer. Ich bewundere Darwans Ehrenhaftigkeit, die er sich auch im Exil bewahrt hat. Dass ich selbst indische Wurzeln habe, war kein Argument. Ich kann nicht mal einen Turban binden!

Wendy und Darwan sind praktisch Nachbarn, wären sich unter anderen Umständen aber nie begegnet – oder hätten zumindest keine Notiz voneinander genommen. Aber beide finden miteinander zur richtigen Zeit genau den richtigen Menschen, um ihre persönlichen Probleme zu lösen. LEARNING TO DRIVE – FAHRSTUNDEN FÜRS LEBEN erzählt nicht nur vom Aufeinanderprallen zweier Kulturen, sondern auch von den Gegensätzen zwischen Mann und Frau. Der besonnene Darwan weiß nicht, wie er mit seiner Frau Jasleen umgehen, mit ihr reden soll und holt sich Rat bei der eher neurotischen Wendy. Auch das macht für mich den besonderen Charme des Films aus.

Patricia Clarkson ist übrigens eine sehr gute Autofahrerin – auch wenn sie das Gegenteil behauptet!


WendyPATRICIA CLARKSON
DarwanBEN KINGSLEY
TashaGRACE GUMMER
TedJAKE WEBER
JasleenSARITA CHOUDHURY
RegieISABEL COIXET
DrehbuchSARAH KERNOCHAN
ProduzentenDANA FRIEDMAN, DANIEL HAMMOND
Ausführender Produzent GABRIEL HAMMOND
Ausführende KoproduzentinLAUREN MCCARTHY
KameraMANEL RUIZ
SchnittTHELMA SCHOONMAKER
SzenenbildDANIA SARAGOVIA
TonANTON GOLD
MusikDHANI HARRISON, PAUL HICKS